Auf der Website des Unionsverlags finden Sie, was über Reise nach Argentinien. Kulturkompass fürs Handgepäck geschrieben wurde!
Über Bogotá Blues hieß es in der Presse...
... Südamerika ist aber kompliziert – und so richtig kompliziert wird es in Kolumbien. Ach, dort kämpfen die USA gegen das Rauschgift – oder so … Muss aber nicht so sein: Eva Karnofsky unterhält Sie blendend mit einem hochauflösenden Thriller aus dem Land der tausend Komplikationen: „Bogotá Blues“. Neben Gewalt (viel Gewalt) gibt es nämlich noch ein paar andere wichtige Dimensionen im Leben von Menschen und von glaubwürdigen literarischen Figuren. Erotik, z. B., Komik sowieso.
Tomás Borchte in CulturMag vom 27. November 2010
...nach einer ganzen Reihe von hervorragenden Reportagen und Faction-Büchern hat die langjährige Lateinamerika-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung jetzt ihren ersten Kriminalroman geschrieben. er dreht sich um den mühseligen kolumbianischen Alltag mit Entführungen, Kinderhandel, Korruption und allgegenwärtiger Gewalt. Ein spannendes Buch, das ganz fest und sicher auf dem Boden des Unromantischen und Plausiblen bleibt und sich erzählerisch eben mit diesen Gegebenheiten rumprügelt, ohne zu Überhöhung und spektakulären Thrills zu neigen.
Leichenberg 06/2010
...Kolumbianische Realität und deutsches Entwicklungshelfer-Ambiente werden zu einem gradlinigen Krimi verwoben, in dem Action, Erotik und Humor nicht fehlen...
Backnanger Kreiszeitung v. 09. Januar 2010
... Mit ihrem neuen Buch knüpft die Autorin ein fesselndes, auf dem schmalen Grat zwischen Fiktion und Realität wandelndes Band nach Südamerika, nach Kolumbien. Ihre Heldin, Rosa-Li Sauer, will sich nicht zufrieden geben mit den erkennbar erfolglosen Versuchen öffentlicher Stellen, den Entführten zu helfen. Im Gegenteil: Sie stürzt sich kopfüber in den Sumpf aus Paramilitärs, Guerilla und dem allgegenwärtigen Verbrechen in einem von Armut geschüttelten Land...
Thorsten Pelka in Bonner Rundschau v. 30. November 2009
Über Die Straße der Tugenden berichteten...
Bonner Generalanzeiger
Bonner Rundschau
Buchprofile
DED-Brief
Die Bad Honnefer Wochenzeitung (online)
ekz-Informationsdienst (Service für Bibliotheken)
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Konsens. Informationen des Deutschen Akademikerinnenbundes
Oberbayerisches Volksblatt
Tide 96,0 Der Hamburger Stadtsender
Rheinische Post
Stadtrevue. Das Kölnmagazin
Ver.di Publik
WDR 5 "Redezeit" (zum Nachhören)
Wiener Zeitung
Pressestimmen in Auszügen:
50 Jahre kubanische Revolution – Zeit für kluge Analysen. Wer dazu keine Lust hat, ist mit Karnofskys Roman bestens bedient: Die Autorin war 20 Jahre Lateinamerikakorrespondentin, ist mit einem Kubaner verheiratet. Sie erzählt die Geschichte Kubas aus Sicht von Frauen: einfach und unsentimental.
Ulla Lessmann in Stadtrevue. Das Kölnmagazin v. 24. Dezember 2009
... der Roman ist klug aufgebaut, gekonnt geschrieben und bestens recherchiert. Er bietet dem Leser gute Unterhaltung und informiert ihn über den Alltag der kleinen Leute in Kuba wie kaum ein anderes Buch. ... Die Journalistin Karnofsky lässt der Erzählerin Karnofsky stets den Vortritt. Resultat ist ein ehrliches und gutes Buch.
Rudolf Haffner in der Rheinischen Post v. 22. Dezember 2009
... Eva Karnofsky macht uns mit ihrem Roman auf ganz sensible Weise mit den Strukturen des kubanischen Systems vertraut. Es sind vor allem die Leistungen der Frauen, die ein Überleben erlauben und einen Zusammenbruch des Systems verhindern. Diese Frauen sind starke Figuren.
Prof. Dr. Elisabeth de Sotelo in Konsens. Informationen des Deutschen Akademikerinnenbundes e.V. , 3/2009
... Besonders angenehm ist an dem Werk, dass es der Autorin gelingt, die heikle politische Situtation und die Auswirkung auf die in Kuba lebenden Menschen wertungsfrei und authentisch darzustellen. Ein empfehlenswertes Buch, das einen tiefen Einblick in die Situation Kubas ermöglicht.
Maria-Inti Metzendorf im ekz-Informationsdienst (Service für Bibliotheken) v. Juni 2009
... Aus ganz verschiedenen Blickwinkeln entsteht ein faszinierendes, umfassendes und nachhaltig erschütterndes Bild des Landes und seiner Menschen. Sehr empfohlen! ...
Buchprofile v. 06. Mai 2009
... Auf 350 Seiten entsteht ein ausdrucksvolles, detailreiches Bild Kubas in der Zeit von 1959 bis 2008. ...
Laura Hertreiter im Oberbayerischen Volksblatt v. 15. Mai 2009.
... Gerade der Verzicht auf spektakuläre Ereignisse ermöglicht ein treues Bild des Alltags im Kuba Castros.
Walter Haubrich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 11. Mai 2009
... Karnofsky erzählt einfach, schnörkellos, mit Sympathie für die Frauen und Kuba, spinnt souverän eine Liebesgeschichte und die Wandlung des Chronisten zum seriösen Schriftsteller. ....
Ver.di Publik, März 2009
... Wer wissen will, wie die kubanischen Nobodys bis 2008 unter dem diktatorischen Staatspräsidenten Fidel Castro lebten, wird gut bedient. ...
Wiener Zeitung v. 03. März 2009
... In ihren Roman, dessen Figuren frei erfunden sind (nur für Chachi gibt es ein lebendes Vorbild), hat Karnofsky ihre journalistischen Recherchen über Kuba einfließen lassen. Entstanden ist ein flott lesbares Buch, das viel Wissenwertes transportiert, aber nicht mit Informationen überladen ist. Die Autorin will deutlich machen, welche Auswirkungen die "große Politik" auf den einzelnen Menschen hat. Das ist ihr überzeugend gelungen. Zur kubanischen Lebendigkeit, die das Buch atmet, trägt die Schilderung schier unglaublicher Geschichten bei. ...
Gerd Heiming in der Rheinischen Post, 02. Januar 2009.
Über Besenkammer mit Bett berichteten...
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Überregionale Medien: an.schlaege, das feministische Magazin (Österreich) Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurter Rundschau Süddeutsche Zeitung Junge Welt Das Blättchen
Regionalpresse: Bonner Rundschau Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)
Lokalpresse: Bad-Honnef-Bote Honnefer Sonntagsblatt Husumer Nachrichten Oberbayerisches Volksblatt Rheinische Post
Hörfunk: Bayerischer Rundfunk Deutsche Welle EuropaRadio Radio RPR 1 SWR2 Buchkritik |
Fachpresse: Aktion 2007, Zeitschrift der Schweizer NGO Brot für alle/Fastenwoche ded-Brief, Zeitschrift des Deutschen Entwicklungsdienstes DHB Magazin, Zeitschrift des Berufsverbandes der Haushaltsführenden eins - Entwicklungspolitik Information Nord-Süd Hispanorama, Zeitschrift des Deutschen Spanisch-Lehrerverbandes ILA-Info IPS Dritte Welt Nachrichtenagentur Lateinamerika Nachrichten Matices, Zeitschrift zu Lateinamerika... Publik, Zeitschrift der Gewerkschaft Ver.di Sozialcourage, Zeitschrift der Caritas Welternährung, Zeitung der Deutschen Welthungerhilfe zweiwochendienst Frauen und Politik
Internet: Titel-Magazin, Literatur und mehr |
Pressestimmen in Auszügen:
... Eva Karnofsky gelingt es, soziale Anklage, politische Chronik (z.B. die argentinische Wirtschaftskrise in den späten neunziger Jahren) und Gaumenkitzel in eine Form zu bringen, die niemals peinlich oder zynisch wirkt. ...
Carl Wilhelm Macke im Titel-Magazin, 19. April 2007.
... Die globalisierte Hausarbeit ist auch in Europa ein Problem - das Buch rüttelt auf, endlich an die Care Arbeit zu denken und sie politisch anzugehen.
Barbara Stiegler in zweiwochendienst Frauen und Politik, 12/2006.
Eva Karnosfsky hat aus vielen Geschichten, die sie von Hausangestellten über Jahre hinweg in Buenos Aires gehört hat, eine fiktive Figur geschaffen, Catalina, anhand derer sie die sklavenähnlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen der lateinamerikanischen Hausangestellten beschreibt. Einfühlsam und mit viel Respekt gegenüber den kreativen und verantwortungsvollen Frauen, die in der Gesellschaft verachtet und erniedrigt werden, versteht sie ein Bild zu zeichnen, über das die lateinamerikanische Elite nicht spricht. ...
Aktion 2007, Zeitschrift der Schweizer Hilfsorganisation Brot für alle/Fastenwoche, Herbst 2006.
... Wir erfahren fast alles, was man über Reichtum und Armut in Lateinamerika wissen sollte - und das ohne pädagogischen Zeigefinger und völlig unangestrengt. Eine schöne Idee ist es auch, 13 Kochrezepte abzudrucken: Schließlich ist Kochen die gering geschätzte Kompetenz der Hauptperson und ihr Traum vom eigenen Restaurant das, war ihr Überlebenskraft gibt.
Ulla Lessmann in Publik, Zeitschrift der Gewerkschaft Ver.di v. Juli 2006
... Cata gibt es nicht, aber ihre Probleme sind die von mehr als hunderttausend peruanischen Hausmädchen, die zu ihrer Zeit in Argentinien über die Rund zu kommen versuchten. Es sind die von etlichen Millionen Frauen, davon mindestens eine halbe MIllion in Deutschland.
Gaby Küppers in eins/Entwicklungspolitik Nord-Süd 11/12 v. Juni 2006
... Die im Stil des "faction"-Genres durchaus spannend erzählte Geschichte bleibt so offen wie die ungesicherten Existenzen, von denen sie handelt.
Kersten Knipp in der Frankfurter Rundschau v. 18.01.20 06
... Eva Karnofsky illustriert in ihrem Roman eine Form der modernen Sklaverei. Ähnliches ist bislang auf dem deutschen Büchermarkt kaum zu finden...
Stephanie Zeiler in Lateinamerika Nachrichten, 377/November 2005
... Der Roman ist sehr vielschichtig und erzählt gekonnt mehr als ein Schicksal. Die Geschichten sind spannend und vorantreibend erzählt und lassen sich gut lesen. Die Mischung aus Fiktion und Dokumentation lässt die Charaktere glaubwürdig erscheinen. Die gesellschaftlichen Bedingungen sind authentisch, unsentimental und ohne Effekthascherei dargestellt. ...
Gunda Wienke ín Matices, Zeitschrift für Lateinamerika, Spanien und Portugal, 46, Sommer 2005, S. 69
... Auch in der von Karnofsky hier gewählten Romanform wird die bedrückende Lebenssituation der Hausangestellten sehr deutlich, bleibt aber nicht nur trostlos, sondern wird durch die beschriebene Freundschaft der Frauen untereinander hoffnungsvoll. Der Ton ist bisweilen amüsant und sehr kurzweilig. ...
Karnofskys Engagement für soziale und politische Belange erinnert an die Mexikanerin Elena Poniatowska, die mit ihren Reportage und Büchern wie "Hasta no verte, Jesus mío" bereits vor vielen Jahren versucht hat, Missstände im eigenen Land aufzudecken und zu verändern. Und so bleibt auch hier zu hoffen, dass dieses Buch viele Leser findet und zum Nachdenken anregt, da es ähnliche Zustände in allen Ländern gibt, auch bei uns, wo Osteuropäerinnen die Rolle der Cata spielen.
Carmen Wurm in Hispanorama, Zeitschrift des Deutschen Spanischlehrerverbandes, 109, Aug. 05
Über zwanzig Millionen Frauen arbeiten in Lateinamerika als Hausangestellte. Viele von ihnen sind aus den ärmsten Ländern des Kontinents in die wohlhabenderen Staaten wie Argentinien und Chile gekommen und leben dort ohne Aufenthaltserlaubnis. Sie werden häufig von ihren Arbeitgebern, den reichen Señoras, schlecht behandelt. Als Illegale finden sie selbst in Ländern, die wie Argentinien Arbeitsgesetze und Gewerkschaften haben, kaum Schutz. Über die Situation dieser illegalen Hausangestellten ist bisher wenig veröffentlicht worden. ... Die deutsche Journalistin Eva Karnofsky hat sich in den zehn Jahren als Zeitungs-Korrespondentin in Lateinamerika auch mit dem Leben und den Problemen der "Mucamas", wie die Hausangestellten in Argentinien genannt werden, beschäftigt. Anhand der Erlebnisse der Peruanerin Catalina und ihrer Freundinnen wird das schwere Schicksal der nur mit einem Torusitenvisum aus Paraguay, Bolivien oder Peru nach Buenos Aires gekommenen und dort als "Mucamas" beschäftigten Mädchen dargestellt. ...
Walter Haubrich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 12. August 2005
... Die lakonische, nüchterne Sprache der Journalistin tut der Geschichte gut. Sie erzählt, wie Eltern in Peru oder Paraguay gedarbt haben, um ihren Töchtern Gymnasium und Universität zu ermöglichen - damit sie es einmal besser haben. Dass sie im Argentinien vor der Wirtschaftskrise illegale Existenzen "ganz unten" führten, verschwiegen die jungen Frauen deshalb zu Hause, ließen die Eltern in dem Glauben, sie arbeiteten in Büros oder Krankenhäusern.
Mit dem Verfall der Währung und dem Absturz des Mittelstandes endete die Hoffnung auf ein besseres Leben in der Zukunft für hunderttausende von Illegalen. Ein Thema war ihr Schicksal auf dem Kontinent der krassen sozialen Gegensätze nicht. Weder Politik noch Kirchen oder soziale Einrichtungen kümmerten sich um die Arbeitssklaven. Desillusioniert, mit ruinierter Gesundheit und so arm wie zuvor traten die meisten von ihnen die Heimreise an. Niemand, der dieses Buch liest, wird unberührt bleiben können von der Gesichichte dieser Frauen. Und vielleicht führt die Lektüre sogar dazu, dass diejenigen, deren Wohnungen von einer Filipina oder Ukrainerin geputzt werden, einmal ein paar Fragen stellen, sich für das Leben ihrer stillen, ständig von Abschiebung bedrohten Helferinnen zu interessieren.
Renate Faerber-Husemann im SWR2, 27. Juli 2005
... Eva Karnofsky hat ein Buch aus vielen überaus traurigen Geschichten gemacht, die sie im Laufe der Jahre gehört hat, und, um es gleich vorweg zu nehmen, es ist ein sehr gutes Buch geworden. ... Die Qualität des Buches rührt unter anderem daher, dass Karnofsky mehr getan hat als das, was sie als Journalistin gelernt hat - objektiv zu berichten, Zeugenaussagen zu sammeln und zu addieren, sich mit einer Meinung zurückzuhalten. Das alles hat sie zwar durchaus geleistet, ihre Recherchen aber dann in die Form einer Erzählung gegossen. Dafür hat sie ein Hausmädchen namens Catalina Vázquez erfunden, in deren Lebensgeschichte all jene Berichte eingegangen sind, welche die Autorin unter anderem von ihrem eigenen Hausmädchen, Liduvina Campos, von deren Schwestern und Freundinnen gehört hat, und die zu einem paradigmatischen Schicksal verschmolzen sind.
Das Buch ist folgerichtig Karnofskys Hausangestellter Liduvina gewidmet. Es erzählt die Geschichte der fiktiven Figur Catalina als Entwicklungsroman: Catalina lernt als junge Frau, was es heißt, eine Existenz zu verlieren, sich eine neue aufzubauen, allein ins Ausland zu gehen, zu dienen, zu leiden, zu schweigen - und nach einem Ausweg zu suchen. Sie kehrt eines Tages nach Hause zurück, so arm, wie sie losgezogen war, und vollkommen illusionslos. Eigentlich ist das Mädchen Köchin, und so ziehen sich durch das Buch jene Kochrezepte, die Catalina gern kochen würde, wenn sie nicht für fremde Herrschaften, die sie wie Dreck behandeln, den Dreck wegräumen müsste.
... Eva Karnofsky hat ihr Buch "Besenkammer mit Bett" genannt, weil es in jeder größeren Wohnung in Buenos Aires hinter der Küche ein winziges Zimmer gibt, das man in Deutschland als Abstellkammer nutzen würde, fensterlos, ein Klo, ein schmales Bett. Hier leben die Mucamas, wie die Domestiken in Argentinien heißen, "namenlose, schattenhafte Wesen, die nur schnell ins Esszimmer huschen, servieren - und wieder verschwinden."
Cathrin Kahlweit in Süddeutsche Zeitung v. 27. Juni 2005
Ausbeutung und Demütigung sind Alltag für ein peruanisches Hausmädchen wie Catalina, die vor der Arbeitslosigkeit in ihrer Heimat ins Nachtbarlans Argentinien gegangen ist. Was nützen ihr da Berufsausbildung und Studium? Als Illegale schuftet sie rund um die Uhr in den Haushalten der Wohlhabenden, wird dafür behandelt wie der letzte Dreck und ist auch noch Zielscheibe für den latenten Rassismus der eingewanderten gegenüber den indiansichstämmigen Lateinamerikanern. Keine Ausnahme, sondern ein Millionenschicksal im heutigen Südamerika, in dem Reiche imemr reicher und Arme immer ärmer werden. Eva Karnofsky, die zehan Jahre in Lateinamerika als Journalsitin der Süddeutschen Zeitung gelebt hat, wurde durhzc ihr eigenes Hausnädchen auf das Leid der Hausangestellten aufmerksam gemacht und hat intensiv recherchiert. Ihre spannende Schilderung des Lebens als rechtlose "Muchacha" ist als faktenreiche Sozialreportage nicht nur für Lateinamerika-Interessierte packend, lehrreich und lesenswert.
Sozialcourage, das Magazin für soziales Handeln, 2/2005
... Catalina ist zwar eine Kunstfigur, doch ihr Schicksal spiegelt die traurige Wirklichkeit der lateinamerikanischen Dienstmädchen wider. Was die Autorin zu Papier gebracht hat, ist die Lebensgeschichte einer Peruanerin, die zwischen die Mahlsteine der Gesellschaft gerät und der es dennoch gelingt, sich ihren Weg durch Wirtschaftskrise, Gewalt und sozialen Abstieg zu einem neuen Anfang zu bahnen. Kein Roman, sondern eine Geschichte, die sich tausende Male ereignet; einfühlsam und sehr persönlich erzählt. Eine Geschichte, die zuweilen fassungslos macht, am Ende aber Hoffnung, weil sie auch davon handelt, wie es einer jungen Frau gelingt, mit Mut, Kraft und Entschlossenheit dem scheinbar Unabänderlichen zu entfliehen.
Holger Baum in DHB Magazin, Juli/August 2005
... Ein interessanter Roman über ein bisher wenig zur Sprache gebrachtes Gesellschaftsproblem in Lateinamerika. Berührend, erschütternd, zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema anregend und mit köstlichen Rezeptideen.
Elisabeth Wagner in an.schläge 05/2005
Die Süddeutsche Zeitung ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Dünner ist ihr Korrespondentennetz in den vorigen Jahren geworden. Für das Blatt aus München ein Minus. Aber nicht davon soll die Rede sein, sondern von einem Buch, das die langjährige Lateinamerikakorrespondentin dieser Zeitung Eva Karnofsky nach dem Ende ihrer Arbeit für die Süddeutsche jetzt vorlegt. Besenkammer mit Bett, so der Titel, schildert das Schicksal von Hausangestellten im südlichen Amerika, die illegal und ergo ohne die geringste soziale Absicherung arbeiten müssen. Allerweltsschicksale? Ja und nein. Denn das Phänomen ist weltweit zu beobachten. Auch in Deutschland soll es zwischen 500 000 und anderthalb Millionen Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung geben.
Das Besondere an diesem Buch ist die Art, wie Karnofsky sich dieser Schicksale annimmt. Die Sozialreportage wird zum Krimi; eine Sozialstudie voller Spannung. Cata, die Protagonistin, eine junge Frau aus der peruanischen Provinz, vom Schicksal geschlagen, versucht ihren Traum vom eigenen Restaurant Wirklichkeit werden zu lassen. Vergeblich. Überfälle und Not werfen sie aus der Bahn. Sie geht nach Buenos Aires, der besseren Verdienstmöglichkeiten wegen.
Aber die argentinische Hauptstadt wird zum Alptraum. Ein Sklavendasein in der Neuzeit erwartet sie. Der Leser erfährt viel über Geschichte der südamerikanischen Länder, fehlerfrei rechercheirt und unakademisch angeboten. Eva Karnofsky erweckt nicht nur Empathie, sondern auch Solidarität für Cata und ihre Leidensgefährtinnen. Diese versuchen, mit dem unter Mühen erarbeiteten Geld ihre Familien zuhause zu unterstützen. Sie selbst gönnen sich kaum etwas. Ihre Liebe, ihre Sehnsüchte bleiben ungestillt. Hier hat sich eine Autorin überzeugend und ergreifend in Mitmenschen hineinversetzt. Bei aller notwendigen Distanz: Eva Karnofsky bleibt nicht cool. Und dieses Gefühl überträgt sich auf den Leser, so daß er mehr wissen will, wie dies alles für die "mucamas", für diese dienstbaren Geister ausgeht. Doch Argentinien, zumal in den letzten Jarhen, ist nicht das erhoffte Paradies für die Einwanderer. Die Argentinier selbst, so sagen einige, sind Italiener, die spanisch sprechen und sich für Engländer halten. Was sind da erst die Einwanderer aus dem benachbarten Paraguay, aus Peru, aus Bolivien, aus diesen von indigenen Bevölkerungen dominierten Ländern?
Dieses Buch gibt Antworten. Hier schreibt eine Insiderin, die nicht nur erzählen kann, sondern auch den Verlierern der Geschichte emotional nahesteht. Auch das ist heute nicht mehr so selbstverständlich....
Jürgen Scheich in DAS BLÄTTCHEN, Zweiwochenschrift für Politik, Kunst und Wirtschaft v. 23. Mai 2005
Liduvina weint, als sie erfährt, wie übel Catalina mitgespielt wird. Die junge Frau aus Peru geht nach Argentinien und übernimmt in Buenos Aires eine Stelle als Hausmädchen. Sie tut dies in der Hoffnung, dort mehr Geld zu verdienen als mit ihrem Fischrestaurant, das sie nach einem Überfall schließen musste. In der Hauptstadt muss Catalina für eine reiche Senora den Haushalt schmeißen. Sie nimmt für ihren Job Ungerechtigkeiten, Demütigungen, Misshandlungen und ein Leben in der Illegalität in Kauf. Liduvina geht das Schicksal Catalinas nahe, weil es ihr eigenes ist. Sie ist Vorbild für die Figur in einem Buch, das Eva Karnofsky geschrieben hat. ...
"Besenkammer mit Bett" ist Eva Karnofskys erster Roman. Sie selbst spricht lieber von einer "Doku-Fiction". Was die Kunstfigur Catalina erlebt, sei traurige Wirklichkeit, sagt die 50-jährige Autorin. Über 20 Millionen Frauen verdingen sich in Lateinamerika als Hausangestellte, Mucamas genannt. Die Armut verschlägt sie in die Metropolen. "Aus Not verzichten wir auf ein eigenens Leben, um denen die mehr Geld haben, das Leben zu erleichtern," zitiert das Vorwort eine brasilianische Hausangestellte. ...
"Entscheidend war, nicht wie in einer journalistischen Reportage den eigenen Ton zu finden, sondern den der Hausangestellten," erklärt die Autorin. Sie las Liduvina aus dem Buch vor. Als ihre Freundin zu weinen anfing, hatte Eva Karnofsky die Gewissheit, dass sie es richtig gemacht hat.
Gerd Heiming in Rheinische Post v. 14. Mai 2005
„Das Wohnzimmer meiner ersten Wohnung in Buenos Aires glich einem Tanzsaal. Dazu ein geräumiges Schlafzimmer, ein Gästezimmer, ein Büro. Nur die Kammer hinter der Küche war winzig. Ein schmaler Schlauch, in den die Küchendämpfe zogen.“
So beginnt Eva Karnofsky ihr neues Buch „Besenkammer mit Bett“. Sie lernt schnell, dass es solche Besenkammern in nahezu jeder größeren Mittelklassewohung in Argentinien gibt. Nur: als Abstellkammern sind sie nicht gedacht. Dort wohnen, nein hausen die so genannten „mucamas“, rechtlose, meist illegale Dienstmädchen. Was wie ein Tatsachenbericht beginnt, stellt sich schnell als fiktionale Geschichte heraus. Es geht um Cata, eine junge Peruanerin, gelernte Krankenschwester. Auf der Suche nach einem besseren Leben landet sie in der argentinischen Hauptstadt, als „mucama“ eben. Cata ist eine erfundene Figur, ebenso wie ihre paraguayische Freundin Adriana. Doch Catas und Adrianas existieren millionenfach zwischen Rio Grande und Feuerland. Zahlreiche eigene Erfahrungen und langjährige Recherchen der Autorin prägen „Besenkammer mit Bett“. Mehr als zwanzig Jahre hat die Journalistin und promovierte Politikwissenschaftlerin Eva Karnofsky in Lateinamerika gelebt und gearbeitet, unter anderem als Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung.
Genau das macht die Geschichte von Cata und Adriana authentisch. Dennoch keine triste Sozialstudie, vielmehr ein immer wieder auch amüsantes, kurzweiliges Buch – 200 Seiten lang höchst spannend zu lesen.
Franz Bumeder im Bayerischen Rundfunk, 6. April 2005
Der Leser erfährt neben der erschütternden Lebensgeschichte einer jungen Frau, wie sich politische und wirtschaftliche Veränderungen in Peru und Argentinien auf das Leben der Menschen auswirken. Etwa, dass die Krankenschwester Catalina in Peru nicht genug Geld zum Leben verdient, dass sie ausgeraubt und zusätzlich von der korrupten Polizei bestohlen wird und deshalb illegal nach Argentinien gehen muss, um dort für ein bisschen mehr Gehalt von Reichen ausgebeutet und als Mestizin diskriminiert zu werden...
Andrea Birrenbach in der Bonner Rundschau v. 14. März 2005